Lajeado.
Dienstag, 14. November 2006, 21:00
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Die Fahrt mit einem für mich von Lajeado geschickten Fahrer verlief ereignislos, bis auf die Tatsache, das wir 2 mal fast von der Straße abgekommen wären, da der junge Mann einen recht eigenen Fahrstill hat.
OK, die riesigen Fritz und Frida Plastikfiguren vor Santa Cruz hätten mich warnen sollen.
Fritz e Frida
Als mich dann die Mitarbeiterin der International Affairs Gruppe auf Deutsch begüßte, wir dann aber nach kurzer Zeit, obwohl Ihr Deutsch sehr gut wahr, auf Ihren Wunsch auf Englisch wechselten, kam mir das auch noch nicht allzu seltsam vor.
Der Fahrer fuhr mich dann zu meinem Hotel, und hier begrüßte mich der Hoteldirektor mit übelstem Hundsrückdeutsch, allerdings sehr gut zu verstehen. Der Hotelboy heißt mit Nachnahmen Krämer, er selbst hat auch einen deutschen Namen, mein Fahrer heißt, wie sich herausstellt, nicht nur Raphael, sondern Raphael Leibnitz.

Hier spricht so gut wie jeder Deutsch.
Dies ist wohl die Ecke, in der die Auswanderer aus dem Hundsrück hauptsächlich gelandet sind.

Ansonsten ist Lajeado eine etwas verschlafen wirkende, sehr schöne 60.000 Einwohner Stadt. Alles ist irgendwie grün. Kein Vergleich zu der Großstadt Santa Maria.

Ich treffe meinen Ansprechpartner, Prof. Luis Schneiders. Wir unterhalten uns auf Deutsch. Meine englische Präsentation über unser Projekt halte ich vor ihm und dem Mathematiker Claus Haetinger in Deutsch. Mir selbst kommt die Sprache nach 7 Tagen Englisch schon etwas seltsam vor.
Nachmittags treffe ich Viviane und eine weitere Mitarbeiterin der International Affairs. Wir treffen Sarah, eine Austautschstudentin aus Deutschland und ihre beiden Chefs, die sie besuchen, und gehen auf eine Handelmesse, auf der es alles mögliche zu sehen gibt. Später bei einem Bierchen stößt Vivianes Schwager zu uns. Er arbeitet für eine Radiostation und spricht ebenfalls ein recht gut verständliches Hundsrückdeutsch. Es stellt sich heraus, das Vivianes Schwager einer dieser Fussballradiomoderatioren ist, die so schnell sprechen, das einem schlecht wird. Er lädt uns in seine Radiostation ein, die direkt um die Ecke ist, und zeigt uns seine Künste.
Ich hab das Ganze auf Video, es kommt so schnell wie möglich auf YouTube. Hier das Video.
Auf dem Weg dorthin treffen wir noch bestimmt 5 Leute die, sobald sie hören, das wir Deutsche sind, uns auf Deutsch ansprechen.
Alles irgendwie verwirrend. Einer unserer neuen brasilianischen Freunde erzählt, daß seine Mutter gar kein richtiges Portugiesisch kann, nur Deutsch. Das scheint hier untern wohl auch garnicht so selten zu sein. Die deutsche Kolonisierung hat regelrechte Enklaven gegründet, anscheinend gibt es Dörfer, in denen gar kein Portugiesisch gesprochen wird.

Morgen ist hier Feiertag, daher bin ich bei Luis am Mittag zu einem selbstgemachten Churrascu eingeladen, abends gibt es Pizza Rodisio mit dem International Affairs Büro und einige Austauschstudenten aus Kolumbien. Wird sicher spannend.

PS: Ich konnte sie mittlerweile davon überzeugen, das ich kein Professor bin ;-)



Professor Marcus.
Dienstag, 14. November 2006, 16:48
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In die Poesiealben der Grundschule habe ich immer als Berufswunsch “Professor” angegeben.

Anscheinend habe ich es endlich geschafft: Ich werde ich als “Professor Marcus” angesprochen.
Aber ich habe ja bereits geschrieben: Als Professor gilt hier jeder, der im weitesten Sinne was mit Unversität und Forschung zu tun hat.



Churrascaria.
Montag, 13. November 2006, 12:48
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Gestern abend war ich in einer Churrascaria. Dort kann man “Rodisio” essen.
Das bedeutet im wesentlichen, das ungefähr alle 30 Sekunden ein Kellner mit einem Spieß voll Fleisch am Tisch steht.

rodisio

Dazu gibt es dann noch ein Buffet, das ganze für umgerechnet ca. 5€ als All You Can Eat.
Man kommt völlig vollgestopft raus aus dem Laden. Das Fleisch ist so ziemlich alles von besten Beef über speckummanteltes Huhn und Hühnerherzen bis zu Schweinebraten. Ich würde schätzen das es so ca. 15 verschiedene Spieße gab, die immer wieder an den Tisch getragen wurden. Sehr zu empfehlen.



CPD und Essen.
Samstag, 11. November 2006, 12:33
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Ferndando, der Chef des CPD holt mich in meinem Hotel ab. Das erste was er sagt: I dont speak english.
Ok, das wird sicher lustig.
Kurz darauf steigt allerdings ein extra für mich engagierter brasilianischer Student zu, der hier Englisch studiert. Die Kommunikation klappt so auch ganz gut.
Die Softwareinstallation klappt ziemlich einwandfrei, am Montag soll ich die Leute schulen (Das wird mit einer Videokomera aufgenommen werden – nette Idee).

cpd
Am Nachmittag zeigt mir Raul etwas die Umgebung. Er findet es lustig, das ich einem komplett gelbem Vogel mit buschigem Schweif nachstarre. Die seien hier ganz normal.

Heute Abend werde ich mit zwei deutschen Austauschstudenten und Raul essen gehen, danach fließt sicher noch ein Bierchen.

Wir waren dann nach dem Essen noch im Club da Pingo.

Bier wird hier immer in der handlichen 0,6 Liter Flasche serviert, und alle trinken dann aus Gläsern.

Die durchschnittliche Kühltemperatur liegt bei ca. -2 Grad. Es gab ganz nette Live-Musik, teilweise Cover von bekannten Songs, teilweise brasilianischer Pop/Rock. Kann man sich ganz gut anhören.