Brazil 06

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Trip to Brazil in November 2006

 

Der Traum des Auswanderers.

Mittwoch, November 15th, 2006

Prof. Luis hat nur gesagt, er hat ein ganz kleines Stückchen Land, ich war von einer Art Schrebergarten ausgegangen. Er hat mich heute morgen aus dem Hotel abgeholt, und wir sind etwas Fleisch und andere Zutaten für das Churrasco kaufen gegangen. Ein Kilo gutes Rindfleisch kostet umgerechnet 7€. Dann haben wir seine Frau und seinen kleinen Sohn abgeholt und sind zu seinen Stückchen Land gefahren.

Was er als kleines Stück Land bezeichnet hat, entpuppt sich als das, was sich wohl jeder vorstellt, wenn er vom Auswandern träumt.

Es handelt sich um einen halben Hektar Land (Gegenwert: nach deutschen Landpreisen lächerlich) am Waldrand, auf dem ein kleines Gästehaus gebaut wurde. Es gibt einen Bachlauf, und einen großen Teich mit Fischen. Überall auf der Wiese mit grobem brasilianischem Gras stehen Palmen. Im Haus gibt es eine komplette Küche, und in die Wand eingelassen einen Churrasco-Grill, einen Grill um die typischen Spieße zu braten. Ich bin völlig baff. Die können das zumindest ein bisschen wiedergeben. Eventuell kann ich gleich noch welche hochladen.

Luis' Land
Luis' Land
Churrascu

Ich kann hier einen sehr gemütlichen Nachmittag verbringen, mit viel Fleisch mit Reis, kaltem Bier, und ein wenig Angeln. Leider beißt nichts an. Allerdings kann ich im Gespräch viel über lernen. Da Luis im Dezember nach kommt, erzähle ich ein wenig was ihn erwartet. Es wird kalt sein. Hier sind es ca. 35°C.

Im Anschluss fährt er mich noch ein wenig in der Gegend herum. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend.

Die Hitze macht mir allerdings doch ein wenig zu schaffen, also ruhe ich mich jetzt ein wenig aus, bevor ich zum Pizza Rodisio abgeholt werde.

Lajeado.

Dienstag, November 14th, 2006

Die Fahrt mit einem für mich von Lajeado geschickten Fahrer verlief ereignislos, bis auf die Tatsache, das wir 2 mal fast von der Straße abgekommen wären, da der junge Mann einen recht eigenen Fahrstill hat.
OK, die riesigen Fritz und Frida Plastikfiguren vor Santa Cruz hätten mich warnen sollen.
Fritz e Frida
Als mich dann die Mitarbeiterin der International Affairs Gruppe auf Deutsch begüßte, wir dann aber nach kurzer Zeit, obwohl Ihr Deutsch sehr gut wahr, auf Ihren Wunsch auf Englisch wechselten, kam mir das auch noch nicht allzu seltsam vor.
Der Fahrer fuhr mich dann zu meinem Hotel, und hier begrüßte mich der Hoteldirektor mit übelstem Hundsrückdeutsch, allerdings sehr gut zu verstehen. Der Hotelboy heißt mit Nachnahmen Krämer, er selbst hat auch einen deutschen Namen, mein Fahrer heißt, wie sich herausstellt, nicht nur Raphael, sondern Raphael Leibnitz.

Hier spricht so gut wie jeder Deutsch.
Dies ist wohl die Ecke, in der die Auswanderer aus dem Hundsrück hauptsächlich gelandet sind.

Ansonsten ist Lajeado eine etwas verschlafen wirkende, sehr schöne 60.000 Einwohner Stadt. Alles ist irgendwie grün. Kein Vergleich zu der Großstadt Santa Maria.

Ich treffe meinen Ansprechpartner, Prof. Luis Schneiders. Wir unterhalten uns auf Deutsch. Meine englische Präsentation über unser Projekt halte ich vor ihm und dem Mathematiker Claus Haetinger in Deutsch. Mir selbst kommt die nach 7 Tagen Englisch schon etwas seltsam vor.
Nachmittags treffe ich Viviane und eine weitere Mitarbeiterin der International Affairs. Wir treffen Sarah, eine Austautschstudentin aus und ihre beiden Chefs, die sie besuchen, und gehen auf eine Handelmesse, auf der es alles mögliche zu sehen gibt. Später bei einem Bierchen stößt Vivianes Schwager zu uns. Er arbeitet für eine Radiostation und spricht ebenfalls ein recht gut verständliches Hundsrückdeutsch. Es stellt sich heraus, das Vivianes Schwager einer dieser Fussballradiomoderatioren ist, die so schnell sprechen, das einem schlecht wird. Er lädt uns in seine Radiostation ein, die direkt um die Ecke ist, und zeigt uns seine Künste.
Ich hab das Ganze auf , es kommt so schnell wie möglich auf YouTube. Hier das Video.
Auf dem Weg dorthin treffen wir noch bestimmt 5 Leute die, sobald sie hören, das wir Deutsche sind, uns auf Deutsch ansprechen.
Alles irgendwie verwirrend. Einer unserer neuen brasilianischen Freunde erzählt, daß seine Mutter gar kein richtiges Portugiesisch kann, nur Deutsch. Das scheint hier untern wohl auch garnicht so selten zu sein. Die deutsche Kolonisierung hat regelrechte Enklaven gegründet, anscheinend gibt es Dörfer, in denen gar kein Portugiesisch gesprochen wird.

Morgen ist hier , daher bin ich bei Luis am Mittag zu einem selbstgemachten Churrascu eingeladen, abends gibt es Pizza Rodisio mit dem International Affairs Büro und einige Austauschstudenten aus Kolumbien. Wird sicher spannend.

PS: Ich konnte sie mittlerweile davon überzeugen, das ich kein Professor bin ;-)

Professor Marcus.

Dienstag, November 14th, 2006

In die Poesiealben der Grundschule habe ich immer als Berufswunsch “Professor” angegeben.

Anscheinend habe ich es endlich geschafft: Ich werde ich als “Professor Marcus” angesprochen.
Aber ich habe ja bereits geschrieben: Als Professor gilt hier jeder, der im weitesten Sinne was mit Unversität und Forschung zu tun hat.