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Prof. Luis hat nur gesagt, er hat ein ganz kleines Stückchen Land, ich war von einer Art Schrebergarten ausgegangen. Er hat mich heute morgen aus dem Hotel abgeholt, und wir sind etwas Fleisch und andere Zutaten für das Churrasco kaufen gegangen. Ein Kilo gutes Rindfleisch kostet umgerechnet 7€. Dann haben wir seine Frau und seinen kleinen Sohn abgeholt und sind zu seinen Stückchen Land gefahren.
Was er als kleines Stück Land bezeichnet hat, entpuppt sich als das, was sich wohl jeder vorstellt, wenn er vom Auswandern träumt.
Es handelt sich um einen halben Hektar Land (Gegenwert: nach deutschen Landpreisen lächerlich) am Waldrand, auf dem ein kleines Gästehaus gebaut wurde. Es gibt einen Bachlauf, und einen großen Teich mit Fischen. Überall auf der Wiese mit grobem brasilianischem Gras stehen Palmen. Im Haus gibt es eine komplette Küche, und in die Wand eingelassen einen Churrasco-Grill, einen Grill um die typischen Spieße zu braten. Ich bin völlig baff. Die Fotos können das zumindest ein bisschen wiedergeben. Eventuell kann ich gleich noch welche hochladen.



Ich kann hier einen sehr gemütlichen Nachmittag verbringen, mit viel Fleisch mit Reis, kaltem Bier, und ein wenig Angeln. Leider beißt nichts an. Allerdings kann ich im Gespräch viel über Brasilien lernen. Da Luis im Dezember nach Deutschland kommt, erzähle ich ein wenig was ihn erwartet. Es wird kalt sein. Hier sind es ca. 35°C.
Im Anschluss fährt er mich noch ein wenig in der Gegend herum. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend.
Die Hitze macht mir allerdings doch ein wenig zu schaffen, also ruhe ich mich jetzt ein wenig aus, bevor ich zum Pizza Rodisio abgeholt werde.
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Die Fahrt mit einem für mich von Lajeado geschickten Fahrer verlief ereignislos, bis auf die Tatsache, das wir 2 mal fast von der Straße abgekommen wären, da der junge Mann einen recht eigenen Fahrstill hat.
OK, die riesigen Fritz und Frida Plastikfiguren vor Santa Cruz hätten mich warnen sollen.
Als mich dann die Mitarbeiterin der International Affairs Gruppe auf Deutsch begüßte, wir dann aber nach kurzer Zeit, obwohl Ihr Deutsch sehr gut wahr, auf Ihren Wunsch auf Englisch wechselten, kam mir das auch noch nicht allzu seltsam vor.
Der Fahrer fuhr mich dann zu meinem Hotel, und hier begrüßte mich der Hoteldirektor mit übelstem Hundsrückdeutsch, allerdings sehr gut zu verstehen. Der Hotelboy heißt mit Nachnahmen Krämer, er selbst hat auch einen deutschen Namen, mein Fahrer heißt, wie sich herausstellt, nicht nur Raphael, sondern Raphael Leibnitz.
Hier spricht so gut wie jeder Deutsch.
Dies ist wohl die Ecke, in der die Auswanderer aus dem Hundsrück hauptsächlich gelandet sind.
Ansonsten ist Lajeado eine etwas verschlafen wirkende, sehr schöne 60.000 Einwohner Stadt. Alles ist irgendwie grün. Kein Vergleich zu der Großstadt Santa Maria.
Ich treffe meinen Ansprechpartner, Prof. Luis Schneiders. Wir unterhalten uns auf Deutsch. Meine englische Präsentation über unser Projekt halte ich vor ihm und dem Mathematiker Claus Haetinger in Deutsch. Mir selbst kommt die Sprache nach 7 Tagen Englisch schon etwas seltsam vor.
Nachmittags treffe ich Viviane und eine weitere Mitarbeiterin der International Affairs. Wir treffen Sarah, eine Austautschstudentin aus Deutschland und ihre beiden Chefs, die sie besuchen, und gehen auf eine Handelmesse, auf der es alles mögliche zu sehen gibt. Später bei einem Bierchen stößt Vivianes Schwager zu uns. Er arbeitet für eine Radiostation und spricht ebenfalls ein recht gut verständliches Hundsrückdeutsch. Es stellt sich heraus, das Vivianes Schwager einer dieser Fussballradiomoderatioren ist, die so schnell sprechen, das einem schlecht wird. Er lädt uns in seine Radiostation ein, die direkt um die Ecke ist, und zeigt uns seine Künste. Ich hab das Ganze auf Video, es kommt so schnell wie möglich auf YouTube. Hier das Video.
Auf dem Weg dorthin treffen wir noch bestimmt 5 Leute die, sobald sie hören, das wir Deutsche sind, uns auf Deutsch ansprechen.
Alles irgendwie verwirrend. Einer unserer neuen brasilianischen Freunde erzählt, daß seine Mutter gar kein richtiges Portugiesisch kann, nur Deutsch. Das scheint hier untern wohl auch garnicht so selten zu sein. Die deutsche Kolonisierung hat regelrechte Enklaven gegründet, anscheinend gibt es Dörfer, in denen gar kein Portugiesisch gesprochen wird.
Morgen ist hier Feiertag, daher bin ich bei Luis am Mittag zu einem selbstgemachten Churrascu eingeladen, abends gibt es Pizza Rodisio mit dem International Affairs Büro und einige Austauschstudenten aus Kolumbien. Wird sicher spannend.
PS: Ich konnte sie mittlerweile davon überzeugen, das ich kein Professor bin ;-)
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Porto Alegre ist ein Recht kleiner Airport, ich finde mich gut zurecht.
Das Wetter ist hier schon brasiliansicher: ein paar kleine Wolken, ansonsten sehr heiss.
Ich werde von 2 Professoren der hiesigen Uni abgeholt, die mich zum Busbahnhof bringen und mir helfen eine Karte zu kaufen. Denn: von der normalen Bevölkerung spricht hier keiner Englisch. Die beiden setzen mich am Bahnhof ab, und müssen dann auch weiter.
“Professor” hat hier übrigens eine andere Bedeutung als in Deutschland. So ziemlich jeder Dozent wird hier Professor genannt. Die beiden die mich abholen, sind ungefähr in meinem Alter.
Ich schaffe es mit Händen und Füssen, mir ein Sandwich und eine Coke zu kaufen. Schmeckt sogar.
Die Busfahrt dauert 4 Stunden, und ich sehe zum ersten mal etwas von der Brasilianischen Landschaft. Es sind sehr ausgedehnte Wiesen, mit normal aussehenden Bäumen, immer wieder von Palmen durchzogen. Kühe gib es hier in rauen Mengen.
Ich schaue fast die ganzen 4 Stunden aus dem Fenster.
Angekommen in Santa Maria holt mich Professor Raul Ceretta Nunes vom Busbahnhof ab, und ich checke in ein Hotel in Downtown Santa Maria ein. Das Zimmer ist nett, der Kühlschrank etwas laut, aber naja.
Abends holt mich Prof. Marcello Pasin ab, ich bin bei seinen Eltern zum Essen eingeladen. Wir essen Fisch und verständigen uns in einem Mix aus Deutsch, Englisch und Portugiesisch. Marcello spricht ein recht gutes Deutsch, seine Mutter und seine Tante ein kleines bisschen.
Der Dobermann der Familie, Frida, schließt mich sofort in ihr Herz ;-).
Morgen früh werde ich vom Chef des Centro de Processamento de Dados (genau: Datenverarbeitungszentrale) abgeholt um das IAS zu installieren.
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Langsam nimmt es entgültig Gestalt an. Der Flug ist gebucht, alle Unklarheiten beseitigt: Am 07. November geht es für 10 Tage im Rahmen meines Forschungsprojektes nach Brasilien. Die Vorbereitung war doch umfangreicher und vor allem kostspieliger als gedacht: Neuer Reisepass (60 €) mit Aber das haben wir jetzt. Jetzt mal darum kümmern, wie ich da unten von A nach B komme. Die Reiseroute geht von Porto Alegre zur Partnerhochschule in Santa Maria, von dort zur UNIVATES Hochschule in Lajeado und zurück nach Porto Alegre. Der Flug geht über Paris und Rio. Spannend wird es sicher, ich berichte in einer eigenen Rubrik. Edit: Ha, von wegen dir Hepatitis Impfung kostet 70€ … 3(!)x 70€! In der Packung ist immer nur eine Spritze! Langsam wird der Spaß echt teuer. |